Dank der freundschaftlichen Beziehung der Kümmerin Ute Hofmann mit Frau Professor Annelie Keil, ist es uns tatsächlich gelungen, diese "Grande Dame" aus den Bereichen der Gesundheitswissenschaften, Soziologie und Lebenskunst, Autorin vieler Bücher, wieder nach Hambergen zu "locken“
Wir hatten 50 Plätze in der Aula der KGS vorbereitet – 130 interessierte Zuhörer, wohl allesamt Fans von Frau Keil, waren gekommen – Annelie Keil also noch immer ein Publikumsmagnet.
Das Publikum ließ sich fesseln von den lebendigen Ausführungen dieser Ausnahmepersönlichkeit.
Mit ihren 87 Jahren sprach sie, „Professoren-like“ auf einem Tisch in Front vor ihrem Publikum sitzend ohne Konzept (!) fast zwei Stunden (!) nie den Faden verlierend (!) zum Thema „Alt werden als biographisches Abenteuer“.
Immer wieder bezugnehmend auf ihre eigene spannende und bewegte Biographie zeigte sie an lebhaften und witzigen Beispielen auf, wie wir das Leben annehmen und immer wieder das Beste daraus machen können.
Von der Zeugung an ist unser Leben ein Kampf – niemand konnte Einfluss nehmen, wo, in welcher Zeit und in welches Land wir hineingeboren wurden.
Frau Keil sprach über die große Frage, wie wir werden, wer wir sind, dass soziale Teilhabe und lebenslanges Lernen unsere Lebensqualität steigert – wobei sie selbst das lebende Bespiel ist.
Herausforderungen wie Verlust, Gesundheit, Krankheit oder Isolation werden als Teil der Biografie akzeptiert, idealer Weise immer wieder mit Blick auf unsere Ressourcen, unsere Resilienz.
Zugehörigkeit und Gemeinschaft - das soziale Umfeld, der Austausch mit anderen und gesellschaftliche Teilhabe - werden als zentrale Quellen von Sinn gesehen. Denn: Unsere persönliche Weiterentwicklung hört im Alter nicht auf.
Die Botschaft von Annelie Keil lautet: "Mit sich und der Welt verbunden bleiben, Brücken bauen und Dankbarkeit zu lernen."
Äußerungen wie „Das kann ich nicht mehr“ oder „Das lohnt sich nicht mehr“ sollten tunlichst vermieden werden.
Annelie Keil richtete ihren Focus auf Selbstakzeptanz und darüber, wie man es lernt, sich zu mögen.
Als Zukunftsvisionen empfahl sie: Ziele, Planungen und positive Aussichten im Alter schaffen Optimismus.
Die Sozial- und Gesundheitswissenschaftlerin Annelie Keil war emeritierte Professorin und ehemalige Dekanin der Universität Bremen. Ihre Arbeitsschwerpunkte waren Gesundheitswissenschaft, Biografie- und Lebensweltforschung sowie die Arbeit mit Menschen in Lebenskrisen und schwer kranken und sterbenden Menschen. Annelie Keil ist auch in ihrem hohen Alter von 87 Jahren unglaublich ehrenamtlich aktiv, z. B. in der Hospizbewegung. In Bremen hat sie eine Suppenküche ins Leben gerufen – der Erlös unseres gelungenen Abends - 839,50 € - wurde für diesen Zweck gespendet.
Nach fast zwei Stunden beendete sie ihren Vortrag – alle Anwesenden hätten ihren Worten noch länger zuhören (lauschen) können – Frau Keil hätte sicherlich auch noch viel, viel länger zu den großen Fragen unseres Lebens referieren und unglaublich gekonnt Witziges, Lustiges mit Ernstem, mit Tipps für ein sinnvolles Leben verbinden können.
Ein so wertvoller Abend – jede/r konnte etwas für sich mitnehmen…..
LHUD 02.11.2025
